Winter 2012

HANS SCHREIBT

Liebe Freunde,

Freunde,
Im vergangenen Jahr hat uns ein spezielles Projekt sehr beschäftigt: jeder der Ärzte in Kisumu, die unser OMA-Projekt unterstützen, sollte ein gebrauchtes Set medizinischer Instrumente erhalten.
Wir fanden eine Organisation in Holland, die solche Geräte aus zweiter Hand anbietet und – dank großzügiger Freunde, die das nötige Geld für den Kauf der Geräte sammelten – konnten wir die Instrumente kaufen und packen; letztendlich erklärten sich dann einige Freunde von Jaap bereit, diese Geräte mit nach Kenia zu nehmen. In Pandipieri wurde dann alles sorgfältig ausgepackt und konnte schließlich am 1. November an die Ärzte verteilt werden. Es war eine schöne kleine Feier für all diejenigen, die für das OMA-Projekt (bei uns nennt man das WAKONYU) arbeiten. Nach einigen Ansprachen, Getränken, Keksen und Fotos wurde jedem der vier Ärzte der Koffer mit den Geräten überreicht. Dies war eine sehr bedeutende Geste, denn diese vier Ärzte haben sich bereit erklärt, Patienten nur für das Geld aus der Versicherung zu behandeln. Das ist sehr außergewöhnlich, weil die meisten Ärzte hier – zusätzlich zu dem Geld aus der Versicherung – noch einen hohen Betrag fordern.
Unsere Ärzte waren glücklich. Sicher – diese Instrumente sind sehr schön und decken folgende medizinischen Bereiche ab: Chirurgie, Gynäkologie, Geburtshilfe und Wundbehandlung. Sie sagten uns, dass die übergebenen Geräte einen Wert von Euro 4.000,00 – 5.000,00 haben. Ein interessanter Nebeneffekt: Die Versicherung zahlt um so mehr, je besser die Ausstattung des Arztes ist. Aufgrund dieser Situation erhöht sich auch die Versicherungsleistung an diese Ärzte. All denen, die uns bei der Umsetzung dieses Projektes unterstützt haben, sagen wir von ganzem Herzen „Danke“.
Ein weiteres großes Ereignis war die Übergabe der Gemeindehalle in Pandipieri. Während der letzten 10 jahre war diese Halle eine ständige Sorgenquelle: die Preise erhöhten sich um ca. 7 % / Jahr, Vorstandsmitglieder kamen und gingen, Versprechungen der Regierung wurden nicht eingehalten und es gab Probleme innerhalb unserer Verwaltung. Je länger sich der Bau der Halle hinzog, um so größer wurden die Probleme. Die einzige, die es schaffte, all dies wieder in vernünftige Bahnen zu lenken, war Sr. Bernadette; sie gewann Freunde, die sich um die Fertigstellung dieser schönen Halle kümmerten. Am 20. November war es dann soweit und die Schlüsselübergabe konnte erfolgen. Fr. Moses, der KUAP-Vorsitzende, nahm die Schlüssel entgegen und weihte die Halle für uns ein.
Die Böden sind gefliest; das Erdgeschoß bietet Raum für 200 Menschen; im ersten Stockwerk sollen Büros für die Verwaltung aller Pandipieri-Projekte ihren Platz finden; wenn alle Büros nahe beisammen sind, wird das die Effizienz der Arbeit steigern – außerdem werden durch den Umzug der Büros andere Räumlichkeiten frei: unser Gesundheitsprogramm hat bereits Verwendungsmöglichkeiten für diese freien Räume.
Im Oktober kam Johan Smorenburg – er bezog einen Raum in Nyalenda und fühlte sich dort sofort zuhause. In viele Dinge wurde er einbezogen: er reparierte die Zufahrtsstraße zum Pandipierizentrum, überwachte Korrekturen und Reparaturen am Gebäude der Magadi-Haushaltungsschule für Mädchen, stand zusammen mit Millymolly Modell für die Schüler der Kunstschule und – vor allem – organisierte er die Verwaltung des OMA/WAKONYO Projektes. Julie, das Mädchen, das in der Verwaltung dieses Projektes arbeitet, erhielt einen guten Laptop mit Drucker und konnte endlich einen Computerkurs machen. Dann half John ihr, die ganze Verwaltung ordentlich zu aufzubauen und zu strukturieren – auch die Finanzen. In diesem Bereich leistet er noch immer Unterstützung.
In Kisumu wird der Verkehr immer dichter und chaotischer; alle Fahrradfahrer fahren im Dunkeln ohne Licht, dafür aber so schnell wie möglich. Da dies auch alle anderen Verkehrsteilnehmer so machen, schnellt die Zahl der Verkehrsunfälle in die Höhe. Für Anfang Dezember hat die Regierung die Einführung drakonischer Straßenverkehrsvorschriften angekündigt: Ein Motorrad darf nur noch einen Passagier befördern, Gehwege dürfen nicht mehr befahren werden und Trunkenheit am Steuer wird bestraft. Strafen von einem Jahr Gefängnis und Geldstrafen in Höhe von umgerechnet Euro 1.000,00 wurden angekündigt, aber keiner glaubt, dass Verstöße gegen die neuen Vorschriften tatsächlich geahndet werden. Und genau dies ist das Problem mit den Gesetzen hier: es gibt viele gute Gesetze, aber keiner überwacht deren Einhaltung.
Das war’s für heute. Schaut Euch aber bitte genau an, was Euch dieser Newsletter über das große Ereignis 2013 mitteilt: Den Besuch unserer Freunde aus Holland und Deutschland in Kisumu – geplant für die erste Hälfte des Juli 2013.
Euch allen ein schönes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das Jahr 2013

 

Viele Grüße

Hans