Kenia

KENIA – VON LAND UND LEUTEN

Kenia ist ein ostafrikanischer Staat am Äquator mit tropischem Klima.

Größe: ca. 583 000 km², davon 13 000 km² Wasserfläche
zum Vergleich: BRD mit ca. 357 000 km²

Küstenlänge: ca. 400 km

Nachbarländer: Uganda – Sudan – Äthiopien – Somalia – Tansania
(alles Kriegsregionen!)

Bodenkultur: ca 80% Savanne (wüstenähnl. Bezirke)

Klima: Küste 32° bis 24° C
Hochland 26° C bis 12° C.

Regenzeiten: März bis Mai und November
Regenniederschlag im Hochland bis 600 mm/Jahr,
die Savanne ist Trockengebiet

Höchste Berge: Mount Kenia 5200 m
Mount Elgon 4320 m
(Kilimandscharo 5895 m)

Bevölkerung: 1980 – 15 Mio
2005 – 33 Mio!
Die etwa 40 ethn. Gruppen unterscheiden sich sprachlich
und kulturell stark voneinander; rund 96 % sind Afrikaner
mit Bantu (Kikuyu), Niloten und Kuschiten.

Religion: ca. 73 % Christen, 6 % Moslems, 21% Naturreligionen

Landwirtschaft: Kaffee, Tee, Mais, Getreide, Zucker

Haupteinnahmequellen: Tourismus, Handwerk, Assembling (Zusammenbau)

GESCHICHTE:

> seit 9. u. 10 Jh. n. Chr. islamische Kultur an der Küste
1498 – 1698 Portugiesen
seit 1800 Sultanat Oman – Zanzibar
17./18. Jh. Sklavenhandel
ab 1844 Missionare (J. Krapf, J. Rebmann)
ab 1870 Bereisungen durch Europäer
1873 Abschaffung der Sklaverei
1895 englisches Protektorat (White Highlands)
1963 Republik Kenia – selbständig

Sprachen: Stammessprachen (Muttersprache)
gesetzl. Landessprache: Kisuaheli
Umgangssprache: Englisch

weiterführende Informationen zum Thema aktuelle Politik und neue Verfassung Kenias

POLITIK

Am 27. Dezember 2002 gewann Oppositionsführer Mwai Kibaki die Präsidentschaftswahlen.
Die von Kibaki angeführte Regenbogen-Koalition erhält bei den gleichzeitig durchgeführten
Parlamentswahlen ebenfalls die absolute Mehrheit.

In wie weit sich diese Regierung tatsächlich demokratisch entwickelt, bleibt abzuwarten.
Insbesondere scheint es nicht zu gelingen, die Korruption unter Kontrolle zu bringen,
auch wenn verschiedentlich korrupte Richter oder Beamte vor Gericht gestellt
und entlassen wurden. Die neuesten Entwicklungen zeigen, dass auch Kibaki
und seine Regierung in der Bevölkerung sehr umstritten sind,
und die Regenbogenkoalition (NARC), die Kibaki zur Präsidentschaft verhalf,
wird öffentlich zum Spruch „Nothing (H)As Really Changed“ umgedichtet.

Die aktuelle Politik ist stark mit der Auseinandersetzung um die Korruption beschäftigt.
Wegen Korruptionsvorwürfen wurden 2005/06 zehn Minister entlassen oder traten wegen größerer Finanzskandale selbst zurück.

Am 22. März 2006 trat das (nach der für die Regierung gescheiterten Volksabstimmung über die neue Verfassung) von Präsident Kibaki beurlaubte Parlament zur neunten Periode zusammen. Kibaki äußerte sich zur neuen Verfassung und positiv zum Kampf gegen die Korruption. Er bejahte die Pressefreiheit, mahnte die Presse aber gleichzeitig zur Verantwortung.

DIE NEUE VERFASSUNG

Die aktuelle Demokratisierungsbewegung macht sich am Streit um eine neue Verfassung fest. Sie wurde in einem emotional heftigen und jahrelangen öffentlichen Diskussionsprozess, einer Art „Nationalversammlung“ (zuletzt in einem Freiluftmuseum, den „Bomas of Kenya“), entwickelt.

Im November 2005 hat die Bevölkerung nach einer das Land stark polarisierenden Kampagne in einer Volksabstimmung votiert. Einer der größten Streitpunkte war die starke Stellung des Präsidenten gegen die Vorstellung von der mit einem starken Ministerpräsidenten geteilten Macht.
Die Volksabstimmung ergab mit 58% eine eindeutige Ablehnung der neuen Verfassung durch die kenianische Bevölkerung. Daraufhin entließ Präsident Kibaki seine gesamte Regierungsmannschaft und setzte nach langen Verhandlungen Politiker, die eher für die neue Verfassung waren (wieder) als Minister ein.

Am 24. Februar 2006 ernennt Präsident Kibaki überraschend ein 15-köpfiges Expertenteam aus Juristen, Professoren und Verwaltungsexperten zum neuen Verfassungskomitee.

Unklar ist, ob die von dieser Gruppe ausgearbeitete Verfassung dann erneut in einem Referendum dem Volk direkt vorgelegt wird, oder ob sie vom Parlament abgesegnet werden soll.

Diese schwierigen und ernsthaften Bemühungen und Entwicklungen zu einem demokratischen Staat werden im Westen kaum wahrgenommen. Aids, Armut, Katastrophen und Korruption überlagern dieses sprießende und selbstbewusste bürgerschaftliche Engagement zumeist.

BILDUNG

2003 löste die Regierung Kibaki ihr Wahlversprechen ein und schaffte das Schulgeld für die „Primary Schools“ ab. Damit ermöglichte sie zum ersten Mal den Zugang zur Bildung für Kinder aus ärmeren Familien. Jedoch blieben Investitionen im Bildungssektor aus, und das Schulsystem ist kaum im Stande, der steigenden Anzahl von Schülern gerecht zu werden.

Das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist auf 1:100 gefallen, ein qualitativ guter Unterricht ist daher kaum möglich. Zudem nimmt die Zahl der Lehrer kontinuierlich ab. Und wer eine halbwegs akzeptable Lehrer-Schüler-Relation für seine Kinder wünscht mit dem daraus resultierenden besseren Lernerfolg und sich nicht zufrieden gibt nur dem Papier nach seine Kinder eine Klasse weiter aufsteigen zu lassen, ist weiterhin gezwungen seine Kinder gegen entsprechendes Schulgeld auf eine der vielen Privatschulen zu schicken.

Weiterführende Schulen(ab Klasse 8), sowie Universitäten sind kostenpflichtig und daher für große Teile der Bevölkerung unzugänglich. Auch an den Universitäten fehlt es an nötigen Geldern, daher sind Streiks der Dozenten oder Studenten häufig.

KENIANISCHE WEISHEITEN

“ Ein gutes Gewissen ist die Frucht der schlechten Erinnerung “
(Hat einmal jemand auf Hans‘ Veranda gesagt)

“ Ein Skandal hat immer mehrere Ursachen “
(Für eine gute Unterhaltung benötigt man mehrere Meinungen)
(Massai Sprichwort)